Auffälle

SR

Der unauffällige „Normalbetrieb“: Kumulation als zentrales Problem in Journalismus wie Nachhaltigkeitspolitik

Das zentrale Problem des Nachrichten-Journalismus‘ und seiner Ausmalung der Welt ist – einmal abgesehen von dem absichtlichen Missbrauch der Redakteursfunktion -, nicht, dass manche Journalisten große, ja spektakuläre Fehler machen; sondern, dass viele Journalisten kleinere Fehler machen, die einander vielfach ähneln und sich so kumuliert auf das Publikum und sein Weltbild auswirken. Dabei handelt es sich einerseits um die professionellen, also gar nicht als „Fehler“ wahrgenommenen „Nachrichtenfaktoren“ (was hat „Nachrichtenwert“, ist publikationswürdig?), deren Wirkung jedoch ganz und gar nicht politisch neutral ist – ebenso aber um einfache, aber letztlich systematische Fehler wie permanentes Wiederholen (dem Publikum „Einhämmern“) einer eigentlich komplexen Gemengelage als vermeintlich einfache Freund-Feind-Situation. In der Routine kaum als Fehler wahrnehmbar, wenn man nicht näher hinterfragt – in der massenweisen Vermittlung jedoch politisch verdummend.

Es ist ähnlich wie z.B. in der Umweltpolitik: Auch dort ist und war oft der „Normalbetrieb“ des Industriesystems schädlicher als die spektakulären und schlimmen, aber vereinzelten Störfälle desselben (sieht man einmal vom Extrem der Atomkraft ab)! Man denke daran, wie dieses „normale Wirtschaften“ für seine Produktions- und Konsumprozesse wie ein „Stoffwechsel“ (industrial metabolism, Ayres) permanent riesige Mengen an Mateial und Energie benötigt und verbraucht – Materialmassen, Stoffmengen, die nach dem Massenerhaltungssatz ja nicht einfach wieder verschwinden durch ihre Verarbeitung, sondern früher oder später wieder als teils schädlicher und mengenmäßig riesiger Output wieder in die Natur zurückgegeben werden (CO2 nach energetischen Prozessen z.B.). Aufgrund der Permanenz dieses „Throughputs“ kommt es dann z.T. zur Akkumulation der Stoffe in Bereichen der Umwelt und so zu Schäden – man vergegenwärtige sich dazu, dass selbst bei einem Jahr Nullwachstum der Volkswirtschaft in dieser Zeit in etwa immer noch eine ähnlikch riesige Menge an Material/Energie umgesetzt wird (abzüglich von ökologischen Effizienzsteigerungen); nur, dass diese Belastung aufgrund des angenommenen Nullwachstums der Volkswirtschaft nicht noch größer wäre als im Vorjahr. (Sr2013.)

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 14. April 2013 von in Aktuell / News, Medien / Komm, Politik, Wahr-Nehmungen und getaggt mit , , , , , , .
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