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Zerbricht Apple am neuesten Patent-Streit? Eine Satire.

Tablets: Es gibt sie in allen Formen und Farben – warum hielt sich Apple ausgerechnet so eng an das patentierte Modell von Villeroy & Boch? Foto: „medicine“ von Taiyo Fujii Flickr. Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/

Apple in Existenz-Gefahr? Oje… Ich fiebere ja immer wohlwollend mit, wenn Apple sich auch rechtlich als Trendsetter ohnegleichen zu definieren versucht. Das fing schon in einer fast vergessenen Ära an, als Apple sich als schnellster Imitator der Fenster-, Maus- und Icon-Technik erwies: Steve Jobs persönlich war dieser forsche „early adopter“, der damals nach einem Besuch bei der innovativen Xerox dafür sorgte, dass die berühmt gewordene Nutzeroberfläche des ersten Mac „irgendwie“ verblüffend der des Xerox Alto ähnelte. Doch hatte die Maus beim Mac dann nicht drei, sondern nur noch eine Taste, so dass von einer Urherberrechtsverletzung keine Rede sein konnte. Andersherum aber schon: Denn die in rechtlichen Fragen halt sensiblen Apple-Strategen verklagten ihrerseits Microsoft, als dessen Windows-Oberfläche herauskam hihi :-D soviel Chuzpe muss man erstmal haben, oder? … und auch heute noch wirft Apple wie niemand sonst mit Patentklagen um sich. Aber diesmal wird es auch für Apple Ernst, evtl. existenziell…

Denn während der Hersteller des iPads derzeit u.a. versucht, Samsung den Vertrieb seiner Tablet-PCs verbieten zu lassen, eröffnet überraschend ein mindestens ebenbürtiger Gegner eine neue Front: der potente Mischkonzern Villeroy & Boch aus dem rheinland-pfälzischen Villeroy (oder Boch). Wie Apple ein echter „Global Player“, beruft man sich bei der Vorbereitung des Rechtsstreits auf die eigene, seit den 1950er Jahren bestehende Tradition als Hersteller hochwertiger Tabletts (oder Tablets, wie es im neuen Katalog selbstbewusst heißt):

„Unsere Tablets bieten seit 1958 eine Fülle von Qualitätsmerkmalen und typischer Kennzeichen in diesem Sektor: tragbar, rechteckig, Plexiglas-Beschichtung, intuitive „Touch & Carry“-Bedienung, die eine Tastatur überflüssig macht, Dauerbetrieb ohne Stromnetz, Auswahl aus 8 Dekors. Zusätzlich verfügen die Tablets meist noch über Grifföffnungen links und rechts“, betont Bobby Steingut, einer der Geschäftsleiter. „Und wir sind mittlerweile ganz sicher, dass Apple seine iPad-Idee von uns hat. Und das macht uns sauer!“

Wie konnte es überhaupt zu dem – mutmaßlich – neuen Coup der Nachahmer mit dem Apfel-Signet kommen? Bei einem geschäftlichen Besuch von Steve Jobs persönlich (Déja-vu, non?), der vor 12 Jahren im Stammsitz in Boch (oder Villeroy) stattfand, habe dieser massives, „fast aufdringliches“ Interesse an der Einsicht in Entwicklungsskizzen gezeigt, bis man dem entnervt nachgegeben hätte. „Danach hatte er es erstaunlich eilig, blieb nicht mal mehr zum Kaffee – meine Frau hatte Kuchen gebacken, doch weg war er“, erinnert sich der Geschäftsleiter, immer noch etwas verletzt. „Ein Jahr vor der Vorstellung des ersten iPads hat Jobs dann persönlich in einem Brief angefragt, ob sein Vorhaben – als Name war damals noch „iTablett“ vorgesehen -, auf Urheber-Ansprüche bei uns stoßen würde – was wir in der Tat so sahen! Keine Antwort mehr von Apple.“

Dann, eine Weile später, sei das Ganze jedoch eskaliert: Es kam zu Jobs‘ berüchtigtem Anruf, der als „Anschlag auf die freie Wirtschaftsordnung“ durch alle Medien ging. Die Belegschaft erinnere sich noch mit Grausen – L. Armoyant etwa, damals Chef vom Dienst für die Raumpflege „Ich hab die Nachricht als erster gehört, war noch frisch auf dem AB…  na ich dachte halt, sei meine Freundin…’s war Stephen Jobs, total unhöflich, brüllte so: Wir sollen endlich nachgeben, sonst vergess er Hayt-Ashberry und alles.. Das artete echt aus, der wurde echt… krass!“ Unter Anderem habe Jobs mit Begriffen wie „Hannibal“, „Crusade“ und „Cyberkrieg“ um sich geworfen [offenbar in der Erregung die Epochen vermischend, oder es war ihm wurscht, d. Verf.]…

Was jetzt kommt: Villeroy & Boch sieht dem kommenden Rechtsstreit laut Steingut „gelassen“ und – mit einer gut gefüllten Kriegskasse von rund 7.300 Euro – zuversichtlich entgegen. „So nicht! Unser Flagschiff, das Häppchen-Padtab, war Vorbild für das iPad-Konzept! Und es ist im Übrigen immer noch robuster und vom Dekor her einfach netter!“

Fragt man Branchenkenner nach den möglichen Folgen für Apple, sollte dieser wesentliche Rechtsstreit klar verloren gehen, so hört man bereits, dem Unternehmen könne nur noch der weitere Rückzug oder sogar eine völlige Spezialisierung auf Trend-Accessoires bzw. das Potenzial modebewusster technischer Imageeartikel  den Fortbestand sichern – und mehr! Denn schließlich verzeichnete das Angebot der Firma, seine Produkte mittels Gravur persönlich und chicer zu gestalten [Achtung: diese Gravuroption mitsamt Kitschwerbung (zum Valentinstag) ist keinesfalls Satire, sondern real(-satirisch), d. Verf.], dieses Angebot also verzeichnete schon kurz nach Einführung Zuwachsraten, mit denen die der Computerindustrie nicht mehr konkurrieren können…

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 10. März 2012 von in Satire, Technologie, Wahr-Nehmungen.
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