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SR

Forrest Gump – nur ein Camus-Plagiat ?

In der Abb.: Albert Camus, Simone de Beauvoir

IST der oskargekrönte Film „Forrest Gump“ (Claude Chabrol; mit Tom Hanks) nur ein fies-mieses Plagiat? Mit solchem Paukenschlag trumpfte gestern abend HollyPlaque, ein Verein engagierter abgebrochener Filmstudenten, auf! Sie konnten nämlich den entscheidenden Satz in „Forrest Gump“ auf einen Einkaufszettel(!) von Albert Camus zurückführen, des bekannten Verfassers von Unterhaltung wie „Die Pest“ oder „Der Fremde“. Aber wie konnte es dazu kommen?

Nun, Camus lebte mit seiner hübschen jungen Frau zusammen, die wiederum mit Simone de Beauvoir befreundet war und einige ihrer feministischen Ideen übernommen und weiterentwickelt hatte. Dies tat der jungen Ehe durchaus gut. So war Camus sehr offen für alles, was seine Frau kochte, mal abgesehen von Roter Beete, die er herzlich hasste. Seine Frau wiederum kochte fast immer Rote Beete, die sie in allen möglichen Aggregatzuständen aufzutischen wusste.

Gerade war Camus mal wieder in einem dieser frühen Supermärkte unterwegs, schob einen frühen Einkaufswagen, und warf einen Blick auf den Einkaufszettel, den seine Frau ihm in bewundernswerter Arbeitsteilung für den Einkauf verfasst hatte. Oben stand wie immer die Rote Beete, dabei als Mengenangabe sinngemäß: „Tragekapazität“. Darunter nur noch: 2 Fl. Stilles Mineralwasser. In diesem Moment wurde Camus so erdrückt von der Tatsache, dass es wohl eher keinen Gott gibt, dass er – endlich einmal! – diese Worte auf den Zittel hinzukritzelte: „Sysiphos!“, die Pest!“ und, die Contenance wieder gewinnend: „Leben = Pappschachtel: dunkel, leer, Durchzug + weiß immer, was man kriegt!!!“

Und hier kommt viel später wieder die HollyPlague ins Spiel, denn der Ring äh der Einkaufszettel wurde gefunden: und zwar in Paris, gleich neben der Vitrine mit dem Urmeterstab, zerknüllt am Boden liegend!! Der Zettel, der irgendwie einen eigenen Willen zu haben schien, gelangte zu HollyPlaque, doch Ironie des Ganzen: Als sich Camus selbst „Forrest Gump“ ansah, soll er nichts gemerkt haben und bei Verlassen des Kinos zum ersten Mal seit Langem wieder glücklich gewesen sein, existenziell glücklich.

PS: Dem echten Camus gilt in großem Maß meine Achtung, und dies ist ausnahmsweise ernst gemeint. Und ich danke natürlich Reginald Grey, der obiges SARTRE-Bild 1965 für die NY Times gezeichnet hat, und den Wikimedia Commons.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 8. Oktober 2011 von in Satire.
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